Interview mit Tom Koch
Der KTM-Pilot (21) gilt als einer der hoffnungsvollsten Nachwuchs-Talente des deutschen Motocross.
F: Wie bist Du eigentlich zum Motocross gekommen?
A: Unsere ganze Familie ist Motocross-verrückt. Opa, Papa, Onkel und mein Bruder sind alle gefahren. Ich war der einzige, der nur zugeschaut hat. Das hat mir zunächst auch gereicht, wenn ich nur als Helfer dabei war. Irgendwann kam dann die Lust auf, es doch mal selber zu probieren. Es ist ziemlich schnell dann auch ziemlich gut gelaufen. Mit 12 wurde ich Thüringer Meister bei den 85ern, mit 16 holte ich Rang 2 beim Dortmunder Supercross, mit 18 den Sieg im ADAC-Youngster-Cup und vergangenes Jahr dann Rang 7 bei den MX Masters.
F: Und Punkte in der MX2-WM. Zum Beispiel Rang 8 beim WM-Lauf in Bulgarien. Wenn das so weitergeht, können wir uns freuen.
A: Ja, das stimmt. Aber man darf die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Zunächst hat mich die WM doch ziemlich beeindruckt. Da wird wirklich schnell gefahren. Ich bin da auch jetzt noch nicht ganz reingewachsen. Ich sehe auch dieses Jahr in der WM noch als Lernphase.
F: Bist Du Profi?
A: Ja. Ich habe im Betrieb meines Vaters eine Dachdeckerlehre gemacht und die im Januar 2018 dann auch abgeschlossen. Seitdem konzentriere ich mich auf Motocross.
F: Lebst Du dann auch in der Teamzentrale von Sarholz-KTM im Westerwald?
A: Nein. Ich wohne nach wie vor zuhause in Wormstedt (Anm: bei Jena). Nur mein Rennmotorrad wird bei Sarholz vorbereitet, das Trainingsbike steht bei mir.
F: Ist der technische Unterschied groß?
A: Beim MX2-Motorrad hat das Rennmotorrad spürbar mehr Leistung. Die MX1-Maschine fahre ich aber auch im Rennen ziemlich serienmäßig. Der Motor ist Serie, nur das Fahrwerk haben wir auf mich abgestimmt.
![]() |
| Bild: Bauerschmidt |
F: Du gibst als Hobby Golf an. Das ist für einen Profi-Crosser recht ungewöhnlich.
A: Da brachte mich Henri Jacobi (Anm. 10. Platz MX2-WM 2018) dazu. Er wohnt nur 10 Minuten von mir weg und spielt schon eine Weile Golf. Er nahm mich mal mit, es hat mir gefallen und vor Kurzem habe ich die Platzreife für den 18-Loch-Platz absolviert.
F: Ist Golf für einen Motorsportler nicht zu bedächtig?
A: Überhaupt nicht. Das ist ein ruhiger Sport, quasi das Kontrastprogramm zum Motorsport und deshalb eine gute Ablenkung. Aber während der Saison komme ich gar nicht so oft zum Spielen. Vielleicht ein Mal in 2 Wochen.
F: Bist Du schon mal in Frankenbach gefahren?
A: Ja, 2 Mal. Einmal war ich sogar Zweiter in der MX2-Klasse.
F: Und was rechnest Du Dir für den kommenden Sonntag aus?
A: Ich will das nicht an einer Platzierung festmachen. Ich habe erst vor 3 Wochen mit dem Motorrad-Training wieder angefangen. Deshalb lasse ich das einfach auf mich zukommen.
| Voriger Beitrag | Zurück zur Übersicht | Nächster Beitrag |













