Interview mit Lars Reuther

Interview mit Lars Reuther

Mit Lars Reuther (26) aus Pleidelsheim startet ein Mitglied des MCC Frankenbach in der MX1-Klasse beim Winter-Motocross.

F: Im Jahr 2015 hast Du Platz 5 in der Open-DM geholt, in Frankenbach hast Du in der MX2-Klasse bereits 3 Mal gewonnen. Mittlerweile ist es still um Dich geworden. Was ist los?
A: Ich hatte mich ja einige Jahre voll auf Motocross konzentriert. Doch im Lauf der Zeit musste ich mich immer mehr in die Firma meiner Eltern einbringen. Die Zeit für das Training wurde immer knapper. Und ohne vernünftige Vorbereitung hatte ich letztlich auch wenig Lust darauf, Rennen zu fahren. Im vergangenen Jahr fuhr ich nur einen einzigen Lauf zum Südwest-Cup. Das war´s.

F: Das heißt die Arbeit geht mittlerweile vor dem Sport.
A: Das kann man so sagen. Ich habe selten  Arbeitstage unter 12 Stunden. Ich leite die Werkstatt für unsere Straßenreinigungs-Fahrzeuge. Und bei 35 Lkw ist da einiges zu tun. Zudem bauen wir derzeit eine neue Halle für weitere Fahrzeuge.

F: Trotzdem wirst Du am Sonntag in Frankenbach starten. Als Hobbyfahrer wirst Du es schwer haben.
A: Das ist klar, aber habe ich mich recht ordentlich vorbereitet. In unserem Betrieb ist zwischen Dezember und März etwas ruhiger. Deshalb konnte ich 2 Mal eine Woche in Spanien und 4 Wochenenden in Italien trainieren. 40 Stunden sind da zusammengekommen. Das ist nicht so wenig.

F: Und wie lief´s?
A: Das Fahren ging gut. Doch konditionell bin ich noch nicht auf dem Stand, auf dem ich sein möchte. Mir fehlt einfach die Zeit zum Fitnesstraining. Deshalb wird es nicht einfach werden, die Rennen am Sonntag durchzuhalten. Im Super Finale (Anm: 25 Minuten + 2 Runden) werde ich gegen Rennende wohl ziemlich beißen müssen.

F: Wirst Du nach Frankenbach in dieser Saison wieder öfters an den Start gehen?
A: Das hängt ein bisschen vom Resultat in Frankenbach ab. Sollte es gut laufen, würde ich schon gern das ein oder andere Mal einen DM-Lauf fahren. Der Sport macht mir noch unheimlich Spaß. Auch meine Freundin unterstützt und ermutigt mich, weiterzumachen. Aber die berufliche Belastung wird nicht geringer werden. Und letztlich werde ich deshalb den Sport wieder zwischen Tür und Angel betreiben müssen. Und das will ich eigentlich nicht. Vor allem, weil ich dann nicht die Ergebnisse einfahren werde, wozu ich fahrerisch in der Lage wäre.

F: Eure Firma reinigt am späten Abend nach dem Wintercross die Zufahrtsstraße zum Renngelände. Wirst dann Du hinter dem Steuer sitzen?
A: Wenn ich mich fürs Super Finale qualifizieren kann, werde ich dazu körperlich wohl körperlich nicht mehr in der Lage sein (lacht). Doch auch wenn´s nicht fürs Finale reicht, übernimmt mein Vater den Reinigungs-Job.

F: Aber in ein paar Jahren werden wir Dich auf dem Reinigungs-Truck nach dem WMX sehen, oder?
A: Das kann ich mir derzeit noch nicht vorstellen. Da braucht´s vielleicht noch eine nette Runde im Clubheim und ein paar überzeugende Argumente. Aber Daddy ist dann ja in Rente und hat Zeit (lacht).

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