Interview mit Jérémy Delincé

Interview mit Jérémy Delincé

Jérémy Delincé, 28, startet seit Jahren bei den ADAC MX Masters und ebenfalls beim Winter-Cross in Frankenbach

F: Du bist zwar schon öfters in Deutschland gefahren, dennoch weiß man nicht viel von Dir. Kannst du Dich vorstellen?
A: Ich bin 28 Jahre alt, bin Belgier, wohne in der Nähe von Lüttich und spreche also Französisch als Muttersprache.

F: Als Belgier stammst Du quasi aus der europäischen Motocross-Metropole. Dennoch sieht man Dich sehr oft im Ausland starten und nicht in der belgischen Meisterschaft. Woran liegt´s?
A: In Belgien hängen die Trauben im Motocross sehr hoch. Die belgischen Fans sind gewohnt, dass die Weltmeister aus ihrem Land kommen. Für einen Belgier, der nicht in der WM antritt, bleibt da nicht viel Interesse übrig. Entsprechend wenig engagieren sich die Händler oder Importeure. Der belgische Meistertitel ist in unserem Land fast nichts wert.

F: Das heißt, man kann mit Motocross in der belgischen Meisterschaft kein Geld verdienen?
A: Nein. Ich bin wenn man so will auch jetzt noch Hobbyfahrer (lacht). Ich arbeite als Hausmeister an einer Schule und nehme mir am Dienstag und Donnerstag den Nachmittag frei, um zu trainieren. Auch jeden Abend reserviere ich mir 2 Stunden fürs Fitnesstraining.

F: Dafür gibt es in Belgien eine große Auswahl an Trainingsstrecken.
A: Das war früher so. Viele Strecken wurden im Lauf der Jahre geschlossen. Die Situation ist eigentlich katastrophal. Mittlerweile fahre ich sogar meist nach Deutschland zum Training. Nach Grevenbroich oder Arnoldsweiler.

F: Und Rennen fährst Du nun auch noch in Deutschland. Seit der Saison 2015 startest Du für das KMP-Team. Wie kam die Verbindung zustande?
A: In Deutschland existiert mit den ADAC MX Masters eine tolle Rennserie in der sich einige Teams sehr professionell engagieren. Das KMP-Team zählt da auch dazu. Ich kam Ende 2014 mit Teamchef Alex Karg in Kontakt. Zuerst drehte es sich um einige Supercross-Einsätze, dann um die Outdoor-Saison. Ich habe gleich gemerkt, dass sich Alex sehr engagiert um das Projekt kümmert. Das hat mir gefallen. Die Stimmung im Team ist toll, die Motorräder sind sehr gut vorbereitet. Und ihm hat´s offensichtlich auch mit mir Spaß gemacht.

F: Wohl auch, weil Deine Resultate immer besser werden. Mit den Gesamträngen 12, 8 und 6 zeigt die Erfolgskurve in den vergangenen 3 Jahren aufwärts. Liegt´s auch am Motorrad?
A: Die 450er Serien-Honda hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Sie ist drehfreudiger und auch kräftiger geworden. Das hilft natürlich, auch wenn KMP die Motoren schon vorher nach meinen Wünschen abgestimmt hat. Jetzt müssen wir nur noch die Federung in den Griff bekommen. Wir haben von Sölva auf Öhlins gewechselt. Daran muss ich mich erst gewöhnen. Wir müssen da noch nachjustieren. Da kommt das Rennen in Frankenbach gerade recht.

F: Mit welchem Platz bist Du zufrieden?
A: In Frankenbach hatte ich die Jahre nicht so viel Glück. Ich muss die Starts in den Griff kriegen. Wenn das klappt, könnte ich aber schon auf das Podium oder die Top-Fünf im Finale fahren.

Jeremy Delince
Bild: Bauerschmidt

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