Interview mit Dennis Ullrich
Abgesehen von WM-Star Max Nagl und US-Export Ken Roczen ist Dennis Ullrich der schnellste deutsche Motocross-Pilot. Mit drei Titeln in den ADAC MX Masters und viel Erfahrung wird der Sieg in Frankenbach nur über den 23-Jährigen KTM-Piloten gehen.
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| Dennis Ullrich #149 (Quelle: Sarholz KTM) |
F: Du hast nach dem Tod Deines Mentors Tommi Kneip und der Erkrankung Deiner Freundin Vanessa zwei schwere Jahre hinter Dir. Geht es Dir beziehungs-weise Euch mittlerweile wieder besser?
A: Ja, man muss lernen abzuschließen und nach vorne zu schauen. Vor allem weil es meiner Freundin wieder besser geht, hat mich mental aufgerichtet. Ich bin jetzt zuversichtlicher und optimistischer. Nicht nur im Sport.
F: Hast Du wieder einen Trainer?
A: Ja, seit einiger Zeit betreut mich Marcus Klausmann. Er ist 15-facher Deutscher Meister und Vize-Weltcupsieger im MTB-Downhill.
F: Besitzt er als Radsportler die Kompetenz, um Dich als Motocross-Spitzenfahrer zu coachen?
A: Im Vordergrund unserer Zusammenarbeit steht das i- und Krafttraining. Wir fahren aber auch oft zusammen auf der Motocross-Strecke. Es dreht sich im Downhill um die gleichen Kriterien wie im Motocross. Linienwahl, Fahrtechnik, Fitness. Und weil er auch selbst Motocross fährt, weiß er, wovon er spricht.
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| So solls 2017 nach den Vorstellungen Dennis Ullrichs nicht werden... |
F: Geht Ihr auch gemeinsam Radfahren?
A: Ja. Wir sind öfters gemeinsam in den Bikeparks in Bad Wildbad und Todtnau.
F: Und wer ist schneller bergab?
A: Da hat der Motocrosser noch keine Chance (grinst).
F: Du bist schon viele WM-Läufe gefahren. Durch-aus mit respektablen Ergeb-nissen. Einen Platz in einem WM-Team, welches Dir eine ganze WM-Saison ermöglicht, hast Du aber noch nicht ergattern können. Weshalb?
A: In der WM gibt es nur eine geringe Anzahl von freien Plätzen, die nicht von Topstars belegt sind. Damit sich die Teams auch finanzieren können, verlangen sie dafür jede Menge Geld. In Deutschland ist es generell sehr schwer Sponsoren zu finden, die einen finanziell unterstützen und ich bin nicht bereit, mich in ein Team einzukaufen und mein hart erarbeitetes Geld wieder bei der WM auszugeben.
F: Ist das Thema WM also erledigt?
A: Nein. Ich fahre auch dieses Jahr zirka 5 WM-Läufe in Europa. Aber in Zukunft wird das Thema WM für mich eher uninteressant, da es immer weniger Teams gibt und somit auch keine freien Plätze zur Verfügung stehen. Außerdem riskiert keiner gern sein Leben und bezahlt dafür noch eine Menge Geld.
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| ...diese Reihenfolge gefällt besser... 2016 im spannenden Zweikampf mit Teamkollege Angus Heidecke (#156) |
F: Im vergangenen Jahr hast Du in Frankenbach den zweiten Platz geholt. 95 Prozent des Starterfelds wäre mit diesem Resultat hochzufrieden. Du selbst warst es nicht und das Publikum auch nicht. Wie hältst Du es aus, einzig und allein an Siegen gemessen zu werden?
A: Das ist eine gute Frage. Ich weiß, was die Leute von mir erwarten. Ein Dennis Ullrich muss funktionieren. Zweiter zu werden, reicht nicht. Aber gerade mit meiner schwierigen privaten Situation in den vergangenen beiden Jahren habe ich dennoch mein Bestes gegeben. Die Öffentlichkeit akzeptiert auch keine Entschuldigungen oder Schwächen. Sie sehen auch nicht was im Hintergrund passiert. Ich bin Sportler, aber eben auch nur ein Mensch!!
F: Ist der Druck bei Vorbereitungsrennen wie Frankenbach nicht erträglicher? Es geht ja sozusagen um nichts.
A: Da ich mitten in der Vorbereitung bin, ist für mich die Platzierung erstmal nebensächlich. Die Leute erwarten trotzdem den Sieg und ich von mir ja auch. Aber es geht vor allem darum zu schauen, ob alles funktioniert und Defizite zu verbessern.
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