Interview mit den Brüdern Reuther

Interview mit den Brüdern Reuther

Interview mit den beiden schnellsten Lokalmatadoren des Winter-Motocross in Frankenbach, Lars und Marcel Reuther. Die Brüder stammen aus Pleidelsheim bei Stuttgart. Lars holte in der vergangenen Saison Rang 5 in der DM Open, Marcel Platz 5 in der höchsten Klasse (XC Pro) der German Cross Country Serie.

F: Wo treffen wir Euch bei diesem Telefonat an?
A: Marcel: Wir trainieren gerade in Boxberg bei Cottbus.

F: Warum verschlägt es Euch so weit in den Osten zum Training?
A: Lars: Erstens, weil die Strecke sandig ist und wir deshalb bei fast jedem Wetter trainieren können. Und zweitens, weil mein Fahrtrainer Marco Dorsch hier einen Lehrgang gibt und wir parallel dazu gemeinsam arbeiten können.

F: Du hattest doch Didi Lacher als Trainer. Habt Ihr Euch getrennt?
A: Lars: Ja, allerdings ist das schon über ein Jahr her. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen über die Trainingsinhalte.

F: Konkret?
A: Lars: Didi achtet extrem aufs Detail, ließ mich einzelne Abschnitte sehr oft fahren. Solange, bis es dann gepasst hat. Marco Dorsch hat einen eher ganzheitlichen Ansatz, gibt mir generelle Tipps und lässt mir mehr Freiheiten.

F: Bringt Dir diese Methode mehr?
A: Lars: Das hoffe ich. Wichtig ist für mich vor allem, dass Marco in meiner Nähe wohnt und öfter beim Training präsent ist. Ich brauche einfach jemanden, der mir in den Hintern tritt, damit ich 100 und nicht nur 90 Prozent gebe.

 

Die Reuther Brüder Lars #161 und Marcel #191
Beim WMX 2016 beide noch auf KTM

F: Du hast nicht nur den Trainer gewechselt, sondern auch die Marke. In der Saison 2017 fährst Du nach vielen Jahren KTM nun Honda für das KMP-Team von Alex Karg. Wie unterscheidet sich die Honda von der KTM?
A: Lars: Ich bin ja 350er-KTM gefahren, die Honda ist eine 450er. Insofern muss man den Honda-Motor nicht so hoch drehen und nutzt eher das Drehmoment in den mittleren Drehzahlen. Das Handling ist meiner Meinung nach besser als bei einer KTM. Unterm Strich war es eine große Umstellung. Aber ich komme ganz gut zurecht.

F: Seid Ihr beide Profis?
A: Marcel: Uns als Profis zu bezeichnen, wäre wahrscheinlich übertrieben. Aber wir können unsere Zeit etwa freier als normale Arbeitnehmer einteilen. Ich studiere Maschinenbau und schreibe gerade meine Master-Arbeit. Lars arbeitet zuhause im Betrieb unserer Eltern (Anm.: Vater Uli war in den achtziger Jahren selbst ein ehemals erfolgreicher Motocross-Pilot und besitzt heute ein Straßenreinigungs-Unternehmen). Insofern können wir, so wie jetzt, auch mal eine Woche weg zum Training fahren. Doch wenn wir zuhause sind, müssen wir auch den Kehr-Lkw fahren. Öfters als uns das lieb ist (lacht).

Lars (links) startet dieses Jahr im KMP-Team auf Honda, Marcel bleibt der KTM treu

 
F: Lars, Du hattest in den vergangenen Jahren Rückenprobleme. Geht es Dir mittlerweile besser?
A: Lars: Ich laboriere immer noch an diesen muskulären Disbalancen. Es ist schon besser geworden. Doch ich bin viel unterwegs zum Training und wenn ich zuhause bin, will ich auch nicht gleich beim Osteopathen sitzen. Wie Marcel schon gesagt hat. Bei uns in der Firma gibt es immer was zu arbeiten.

F: Ihr startet seit vielen Jahren beim Winter-Motocross. Im vergangenen Jahr holtest Du, Lars Rang 8 im Super-Finale, Du, Marcel kamst bis ins B-Finale. Mit welchen Ergebnissen seid Ihr denn nächste Woche zufrieden?
A: Lars: Frankenbach liegt mir. Zufrieden bin ich nur, wenn ich unter die Top-5 komme. Marcel: Mein Ziel ist, es ins Super-Finale zu schaffen und dort die 30 Minuten zu überleben (lacht).

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