Interview mit Andy Baumgartner
In seiner Heimat hat der 25-jährige aus Romanshorn in den vergangenen beiden Jahren eine steile Karriere hingelegt. Nach dem Sieg in der Schweizer MX2-Meisterschaft 2015 holte der Eidgenosse im vergangenen Jahr den Titel in der Open-Klasse.
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| Andy Baumgartner |
F: Schweizer haben es im Motocross-Sport nicht leicht. Trainingsstrecken sind dünn gesät.
A: Stimmt. Trotzdem war der Einstieg für mich nicht so schwer. Meine Eltern betreiben eine Landwirtschaft. So konnten mein Bruder und ich mit unseren Kindermotorrädern auf dem Hofgelände fahren und erste Erfahrungen sammeln. Später wurde das natürlich aufwändiger. Es gibt kaum Motocross-Strecken bei uns in der Nähe. Seit meiner Jugend ist die Piste in Möggers bei Bregenz am Bodensee die nächstgelegene Trainingspiste. Die Fahrt dorthin dauert etwa eine Stunde.
F: Stichwort Bodensee. Du bist auch am See, in Romanshorn aufgewachsen.
A: Dort lebe ich auch noch. Von unserem Hof sehe ich den Bodensee und kann bis zu Euch nach Deutschland, nach Friedrichshafen rüber schauen.
F: Du bist mit zwei Titeln in Folge der beste nationale Crosser der Schweiz. Kannst Du vom Sport leben?
A: Noch nicht. Ich arbeite 70 Prozent als Baumaschinen-Mechaniker. Wobei ich mich im vergangenen Januar und Februar komplett ausgeklinkt habe, um mich bestmöglich auf die Saison vorzubereiten.
F: Warst Du im Süden?
A: Ja. Ich habe 2 Monate den ehemaligen Spitzenfahrer Yves Demaria als Trainer engagiert und bei ihm in der Nähe von Avignon gelebt.
F: Hat es etwas gebracht?
A: Das werde ich spätestens in Frankenbach sehen. Aber wenn ich auf die Resultate meines Trainingspartners Julien Lieber schaue, kann ich nur hoffen, dass das Training auch bei mir so gut anschlägt.
F: Stimmt. Lieber führt nach den ersten zwei Veranstaltungen die MX2-WM an. Besitzt Demaria ein spezielles Trainingskonzept?
A: Ich meine nicht. Doch wir haben vor allem konditionell sehr viel gearbeitet. Wir saßen fast jeden Tag auf dem Rennrad und waren im Sportstudio. Motorrad gefahren sind wir allerdings nicht mehr als ich das im Trainingslager auch tue. Allerdings längere Distanzen und härtere Speed-Einheiten. Offensichtlich hat sich das ausgezahlt. Zumindest bei Lieber.
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| Beendete 2016 das Super-Finale auf Platz 9. Dieses Jahr ist Andy mit der #82 unterwegs. |
F: In der Schweiz geht es in Sachen Motocross derzeit aufwärts. Ihr habt mit Valentin Guillod und vor allem Jeremy Seewer zwei WM-Topfahrer und seit vergangenem Jahr in Frauenfeld auch wieder einen WM-Lauf. Kannst Du vom gestiegenen Interesse profitieren?
A: Ja. Motocross ist seit ein, zwei Jahren in den Medien präsenter und auch zu den Rennen zur Schweizer Meisterschaft kommen mehr Zuschauer. Es herrscht wirklich eine Art Aufbruchsstimmung.
F: Das spürt der MCC Frankenbach auch bei den Nennungen. Es werden kommendes Wochenende immerhin 22 Schweizer in Frankenbach antreten. Weshalb nimmt das Interesse von Euren Fahrern so zu?
A: Es gibt bei uns in der Schweiz keine Vorbereitungsrennen. Die italienischen Rennen finden zu früh statt und die Anreise ist oft weit. Deshalb nutzen viele Schweizer Fahrer die Chance, die Frankenbach bietet. Außerdem hat sich herumgesprochen, dass Euer Rennen eine gut organisierte Veranstaltung mit starker Konkurrenz ist.
F: Im vergangenen Jahr hast Du Platz 9 im Super-Finale geholt. Mit welchem Platz wirst Du am Sonntag zufrieden sein?
A: Ehrlich gesagt, liegt mir Frankenbach nicht. Die Strecke ist eng und wenn man überholen will, muss man viel riskieren. Mein Ziel ist auf dem Heimweg im Transporter zu sitzen und zu mir sagen zu können, dass ich meine Hausaufgaben gut gemacht habe. Dass ich konkurrenzfähig war. An einem konkreten Resultat will ich das nicht festmachen.
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